Der Winter geht, die Frühlingsgefühle kommen:
Kastration von Katzen und warum diese so wichtig ist

Lucky

19.03.2017
Des einen Freud, des anderen Leid: Der Frühling ist da! Die Tage werden länger, draußen wird es allmählich wieder grün und der ein oder andere hat bereits die Grillsaison eröffnet. Was die Mehrheit der Bevölkerung freut, bedeutet für die KATZENHILFE vor allem eins: Die nächsten Kitten kommen!

Bereits seit Jahren – und das Tag für Tag – kämpfen wir gegen die Überpopulation und Verwilderung von Hauskatzen. Ein Kampf gegen Windmühlen, da die Unterstützung seitens der Behörden und Kommunen sich weiterhin in Grenzen hält. Und auch viele Tierhalter verschließen sich dieser Problematik nach wie vor. Manchmal aufgrund mangelnden Wissens, manchmal aber leider auch aufgrund mangelnden Verantwortungsbewusstseins. So leistet auch schnell die eigene unkastrierte Freigängerkatze ihren Beitrag zum Bestandszuwachs.

Doch was heißt das für die Katzen und somit auch für die KATZENHILFE?

Entlaufene, ausgesetzte und verwilderte Katzen (häufig Nachkommen unkastrierter Hauskatzen) bilden Kolonien, bekommen unkontrolliert Nachwuchs, sind zudem Krankheiten ausgesetzt und können diese natürlich auch weiter übertragen. Ob nun in Gartenanlagen, auf verlassenen Fabrikgeländen, auf Bauernhöfen oder sogar auf Mülldeponien: die Kolonien sind überall! Und sie wachsen weiter, wenn nicht gehandelt wird!

1266624 1735094136726559 5652868775344040105 o

Betrachten wir diese Problematik an dieser Stelle mal in Zahlen:

Eine weibliche Katze wird etwa ab einem Alter von 6 Monaten geschlechtsreif und kann demnach ab diesem Zeitpunkt trächtig werden. Nach den Regeln der Natur wird eine frei lebende Kätzin etwa zweimal im Jahr rollig und kann Nachwuchs zeugen. Eine Hauskatze teilweise sogar noch öfter, da der biologische Zyklus hier nicht durch äußere Einflussfaktoren, wie bspw. Jahreszeiten, beeinflusst wird.

Nehmen wir nun diese 2 Rolligkeiten pro Jahr plus einen intakten Kater sowie einen Durchschnittswurf von jeweils 4 Kitten (davon mal hypothetisch 2 weibliche Nachkommen, die wiederum auch mit etwa 6 Monaten geschlechtsreif werden), dann haben wir bereits nach einem Jahr schon 18 Tiere!

Nochmal als Rechnung:
2 (Elterntiere)
+ 4 (Wurf 1)
+ 4 (Wurf 2)
+ 8 (Würfe der weiblichen Nachkommen aus dem ersten Wurf)
= 18 Katzen

Dieses Rad kann man nun noch über weitere Jahre spinnen, aber Sie werden bereits jetzt sehen, wohin das führt: Nämlich zu einer stattlichen Anzahl an Katzen! Katzen, die auf sich allein gestellt in der Natur ein - gelinde ausgedrückt - erbärmliches Leben führen. Ein Leben geprägt von Kälte, Hunger, kräftezehrenden Geburten, Krankheiten, Revierkämpfen sowie den damit einhergehenden Verletzungen und letztlich dem Tod.

Als KATZENHILFE setzen wir uns an diesem Punkt dafür ein, dieses Elend einzudämmen. Das bedeutet im Einzelnen:

• wir fangen Katzen aus verwilderten Populationen gezielt ein, veranlassen deren Kastration und bringen sie in ihren Sozialverband am angestammten Lebensraum zurück.
• wir helfen kranken und notleidenden Katzen, indem wir sie mit Futter versorgen und ihnen, wenn nötig, eine angemessene tierärztliche Versorgung zuteilwerden lassen
• wir vermitteln die Tiere, soweit möglich, in gute Hände und verschaffen ihnen damit ein liebevolles Zuhause.

Klingt doch gut, oder? Ist es auch!

Doch leider ist unser Einsatz sowie derer anderer Tierschutzvereine nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, solange die Kommunen die weitaus nachhaltigere Lösung nicht voranbringen: eine verbindliche Katzenschutzverordnung inklusive Kastrationspflicht für Freigängerkatzen! (Mehr Informationen hierzu finden Sie unter www.tierschutzbund.de/info-katzenschutz)

Ob diese Verordnung in unserer Region jemals Fuß fassen wird, bleibt abzuwarten. Bis dahin bauen wir auf das Verantwortungsbewusstsein der einzelnen Tierhalter sowie auf all die ehrenamtlichen Helfer, die uns beim Fangen, Füttern, Pflegen und Vermitteln der notleidenden Katzen unterstützen.

Sie wollen auch zur Eindämmung des Katzenelends beitragen? Dann kastrieren Sie Ihre Katze rechtzeitig und verhindern Sie damit den weiteren Zuwachs der Wildpopulationen! Die Katzen werden es Ihnen danken und die KATZENHILFE ebenfalls!

Eure KATZENHILFE Ulm/Neu-Ulm und Umgebung e.V.