Vincent: Teenager-Trächtigkeit, Kaiserschnitt, Einzelkind, Flaschenaufzucht

Vincent

Ihr Katzenmenschen,

hier spricht Vincent.

Zwar bin ich noch viel zu klein, um nach einem eigenen Zuhause zu fragen, aber ich erzähl jetzt mal meine Geschichte. Die könnt nämlich interessant und wichtig sein für euch, sagen zumindest meine Zweibeiner von der Katzenhilfe. Sie sagten mir auch, dass mich meine richtige Mama nicht haben wollte. Daher bin ich mutterlos und geschwisterlos vom ersten Lebenstag an auf einer Pflegestelle. Bin ein Flaschenkind.

Inzwischen habe ich sogar eine richtige Familie. Also solche, die so aussehn wie ich, mit vier Pfoten und Fell, und die schurren können, so wie ich. Sie wissen auch drüber Bescheid, wie wir Katzen uns reine machen, mit der Zunge und so, am liebsten gegenseitig. Die Große, sie heißt Mia, hat mich genauso doll lieb wie ihre eigenen beiden Babies, die sie zu uns mitgebracht hat. Die kann ich saugut leiden! Allerdings check ich es nicht, warum meine Stiefbrüder immer an Mia rumzutzeln. Ich find das mit dem Fläschen besser. Meine zweibeinige Mom füttert mich auch brav weiterhin. Sie sagt, ich wär halt entwicklicklungsgestört, weil ich das mit diesen Zitzen nicht gelernt hab.

Klein-Vincent mit seinen neuen Brüdern

Übrigens bin ich meiner leiblichen Mutter auch überhaupt nicht böse dafür, dass sie sich nicht um mich kümmern konnte. Man hat mir schon sehr viel von ihr erzählt. Auch, dass sie an alldem nichts dafür kann. Selbst ein Kind sei sie gewesen, gerade mal 6 Monate alt, als sie mich im Bauch trug. Sehr hübsch und zierlich war sie wohl. Bin ihr einziges Kind und war angeblich ziemlich fett. Sicherlich war ihr schmaler Körper damit überfordert und man musste meine Mama notoperieren, um mich überhaupt auf die Welt zu bekommen. Zum Glück hat auch sie überlebt. Bestimmt habe ich ihr arge Schmerzen bereitet, und ich kanns ihr nicht verübeln mich abgelehnt zu haben.

Jetzt muss ich aber Schluss machen mit meinem Gemaunze, denn die Zweibeiner möchten hier auch noch was sagen, in ihrer komplizierten Wortwahl. Meine nächste Fläschchenmahlzeit ist eh auch schon fast fertig.

Pfötchen, tschüssie, euer Vince

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Die Kastration der Freigängerkatzen dürfte für verantwortungsbewusste Halter mittlerweile ohnehin schon selbstverständlich sein. Zu bedenken ist, dass frühreife Kätzinnen bereits ab einem zarten Alter von 4 Monaten aufnahmefähig sein könnten. Erschwerend kommt hinzu, dass gerade diese jungen Katzen oft nur einen Föten tragen, der sich dann mangels Konkurrenz von Geschwistern im Mutterleib recht kräftig entwickelt. Dies ist eine harte Anforderung an den jungendlichen Körper der Mutterkatze und Geburtskomplikationen sind vorprogrammiert. Bitte verhindert dies durch eine rechtzeitige Kastration!

Tierärzte können auf Basis des individuellen Entwicklungszustandes sehr gut beurteilen, wann der optimale Zeitpunkt der Kastration ansteht. Auch sollte die Operation von halbwüchsigen Katzen Standard sein, und stellt für das Tier kein medizinisches Risiko dar. Um dem generellen Katzenelend und auch den individuellen Schicksalen vorzubeugen bitten wir die Privathalter darum, keine Katzen vor der Kastration in Freigang zu entlassen. Kätzchen wie Vincent und seine Mutter würden es danken. Seine Geschichte darf gerne weiter getragen werden.

KATZENHILFE Ulm/Neu-Ulm & Umgebung e.V.